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Einleitung
Zehn Jahre nach der Verabschiedung der Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) warnt der SDG-Bericht 2025, dass sich die Welt in einem „globalen Entwicklungsnotstand“ befindet. Diese Analyse zeichnet die Entwicklung der internationalen Entwicklungsagenda von den Millenniumsentwicklungszielen (MDGs) bis heute nach und zeigt, dass die vermeintlichen Erfolge der MDG-Phase – überproportional getragen von Chinas innenwirtschaftlicher Transformation – Erwartungen entstehen ließen, für deren Erfüllung die SDGs strukturell nie ausgelegt waren. Sie verfolgt die Entwicklung der SDG-Debatte vom anfänglichen Optimismus bis zur ernüchternden Einsicht in systemische Verwundbarkeiten, geprägt durch Pandemie, geopolitische Fragmentierung, beschleunigten technologischen Wandel und eine tiefgreifende globale Energiewende.
Untersucht werden weltweite Fortschritte und Rückschritte in den Bereichen Gesundheit, Bildung, digitaler Zugang, Klima, Armut und Verschuldung sowie regionale Dynamiken in China, Südostasien und Indien. Die Publikation zeigt strukturelle Defizite der Entwicklungsfinanzierung auf, macht die wachsende Lücke zwischen internationalen Verpflichtungen und tatsächlicher Umsetzung sichtbar und verdeutlicht die zunehmende Bedeutung privaten Kapitals für Entwicklungsergebnisse. Ergänzt wird die Analyse durch drei Kurzberichte zu einzelnen Ländern: Indonesien, eines der bevölkerungsreichsten Länder der Welt; Usbekistan, ein zentralasiatischer Staat mit starker Abhängigkeit von internationalen Entwicklungsplattformen; sowie Serbien, ein EU-Beitrittskandidat, bei dem die Angleichung an die Agenda 2030 häufig als vergleichsweise unkompliziert angenommen wird. Zusammen zeigen diese drei Beispiele sehr unterschiedliche Resultate und unterstreichen zugleich die fortbestehende Relevanz der Agenda.
Abschließend skizziert die Studie vier plausible Szenarien für die globale Entwicklungsagenda nach 2030 und kommt zu dem Schluss, dass die Zukunft globaler Entwicklung weniger von technischen Lösungen abhängen wird als von politischer Gestaltungskraft und kollektivem Handlungswillen.