Um Akteure aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu informieren, zu vernetzen und zu stärken.
Global Neighbours gmbH/e.v Johannesgasse 15/3/12 1010 Vienna, Austria
+43 1 7146848
contact@globalneighbours.com

Einleitung
Die Architektur, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs die internationalen Beziehungen und die Weltwirtschaft trägt, beginnt rasch auseinanderzufallen. Während der derzeitige amerikanische Präsident der sichtbarste Akteur ist, der gewaltsam an ihren Nähten zerrt, haben sowohl Akteure aus Industrie- als auch aus Entwicklungsländern seit Jahren Beschwerden und Unzufriedenheit mit dem System geäußert, das sie als grundsätzlich unfair betrachten. Am äußersten Rand des politischen Spektrums gibt es in beiden Lagern Stimmen, die eine vollständige Auflösung des Systems fordern. Keine dieser Stimmen hat jedoch auch nur ansatzweise aufgezeigt, wie ein besseres System aussehen könnte. Ihnen zu folgen hieße, ein unvollkommenes, aber praktikables System zugunsten eines schwer erreichbaren Ideals aufzugeben, das womöglich nie Realität wird. Ein solches Ergebnis hätte schwerwiegendste Folgen für die schwächsten Volkswirtschaften der Welt, insbesondere in Afrika. Daher argumentiert dieser Essay, dass die vielfach gescholtene internationale Ordnung eine zweite Chance verdient — mit einer Bedingung: Sie muss sich weiterentwickeln, ohne dass ihr einst größter Förderer weiterhin eine zentrale Rolle spielt.