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GlobalNeighboursbringtEuropaundAsienbeimEFA26zumDialogüberdienächsteÄraderglobalenFinanzwirtschaftzusammen

Leaders from Europe, Asia and Africa identify practical pathways for cooperation on capital markets, artificial intelligence, payments, sustainable finance and development.

ALPBACH, ÖSTERREICH — Global Neighbours, Advanced Partner des European Forum Alpbach 2026, veranstaltete am 1. September in Alpbach die Session „Beyond Bretton Woods: Europe and Asia in the Next Era of Global Finance“. Die 90-minütige Diskussion brachte Perspektiven aus den Bereichen Finanzen, Technologie, Politik und internationale Zusammenarbeit zusammen, um zu erörtern, wie Europa und Asien angesichts geopolitischer Neuordnung, wirtschaftlicher Fragmentierung und des zunehmenden Finanzierungsdrucks für globale öffentliche Güter zu einer resilienteren und inklusiveren Finanzarchitektur beitragen können.

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Von links: Herr Gene Ma, Frau Jovanka Porsche, Herr Gyude Moore, Frau Prof. Dr. Feiyu Xu, Herr Dr. Gerald Podobnik, Herr Mag. Christian Kern und Herr Siddharth Chatterjee im Anschluss an die Global-Neighbours-Session „Beyond Bretton Woods“ beim European Forum Alpbach 2026.

Mag. Christian Kern, Präsident von Global Neighbours, Vizepräsident des European Forum Alpbach und ehemaliger österreichischer Bundeskanzler, eröffnete die Veranstaltung. Er stellte die Diskussion in den Kontext der zunehmenden Wettbewerbsherausforderungen für Europa und verwies auf das wachsende Tempo und Ausmaß der Investitionen in künstliche Intelligenz als Indikator dafür, wie schnell sich die globale Wirtschaftslandschaft verändert. Kern würdigte zudem die vielfältigen Erfahrungen der Podiumsteilnehmerinnen und -teilnehmer und hob die Rolle der Gründerin und Vorsitzenden Jovanka Porsche beim Aufbau von Global Neighbours als Plattform hervor, die Perspektiven aus verschiedenen Regionen miteinander verbindet.

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Mag. Christian Kern, Präsident von Global Neighbours, Vizepräsident des European Forum Alpbach und ehemaliger österreichischer Bundeskanzler, bei der Eröffnung.

Die Diskussion wurde von Mr. Gene Ma, Chief APAC Representative und Head of China Research am Institute of International Finance, moderiert. Auf dem Podium saßen Frau Prof. Dr. Feiyu Xu, Universitätsprofessorin und Leiterin des Bereichs Industry AI an der German University of Digital Science; Herr Dr. Gerald Podobnik, Co-Head of Corporate Bank bei der Deutschen Bank; Frau Jovanka Porsche, Gründerin und Vorsitzende von Global Neighbours; sowie Herr Gyude Moore, ehemaliger Minister für öffentliche Arbeiten von Liberia.

Die Session begrüßte außerdem Dr. Othmar Karas, Präsident des European Forum Alpbach, sowie Herr Siddharth Chatterjee, Chief Executive Officer von Global Neighbours. Damit wurde die Bedeutung eines kontinuierlichen Dialogs zwischen Europa und Asien unterstrichen.

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Von links: Mag. Christian Kern, Präsident von Global Neighbours und Vizepräsident des European Forum Alpbach; Herr Siddharth Chatterjee, Chief Executive Officer von Global Neighbours; und Herr Dr. Othmar Karas, Präsident des European Forum Alpbach, bei der Session „Beyond Bretton Woods“ beim EFA26.
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Herr Gene Ma, Chief APAC Representative und Head of China Research am Institute of International Finance, moderiert die Diskussion.
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Von links: Moderator Herr Gene Ma mit den Podiumsteilnehmern Frau Jovanka Porsche, Herr Gyude Moore, Frau Prof. Dr. Feiyu Xu und Herr Dr. Gerald Podobnik während der Session „Beyond Bretton Woods“.

Zusammenarbeit auf Basis gegenseitigen Nutzens

Porsche betonte, dass Zusammenarbeit gerade in Zeiten zunehmender Unsicherheit unverzichtbar bleibt. Sie plädierte für Beziehungen, die auf gegenseitigem Nutzen und konstruktiver Interdependenz beruhen. Europa müsse Partner in verschiedenen Regionen so einbinden, dass dauerhafte gemeinsame Interessen entstehen, anstatt neue Abhängigkeiten zu schaffen.

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Jovanka Porsche, Gründerin und Vorsitzende von Global Neighbours, spricht über Zusammenarbeit auf Basis gegenseitigen Nutzens und konstruktiver Interdependenz.

Dr. Podobnik nannte drei konkrete Bereiche für eine engere Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien: Handel und die internationale Nutzung von Währungen, nachhaltige Finanzierung sowie tiefere und effizientere Kapitalmärkte. Er verwies auf Europas Vorreiterrolle bei Rahmenwerken für nachhaltige Finanzierung und unterstrich zugleich die Notwendigkeit, deren Umsetzung zu vereinfachen und privates Kapital wirksamer zu mobilisieren. Mit Blick auf die internationale Rolle des Euro warnte er vor dramatischen Prognosen einer raschen Abkehr vom US-Dollar und argumentierte, Europa müsse zunächst seine Wettbewerbsfähigkeit stärken und Vermögenswerte sowie Projekte schaffen, die für globale Investoren attraktiv und finanzierbar sind.

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Dr. Gerald Podobnik, Co-Head of Corporate Bank und Mitglied des Group Management Committee der Deutschen Bank, spricht über nachhaltige Finanzierung, Kapitalmärkte und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien.

Stärkere Projektpipelines, klarere Investitionsperspektiven, tiefere Kapitalmärkte und eine kohärentere Regulierung sind erforderlich, um Ersparnisse in produktive Investitionen umzuwandeln. Die Diskussion zeigte zudem Möglichkeiten auf, den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr durch schnellere Abwicklung, größere Interoperabilität und den verantwortungsvollen Einsatz von Technologien wie tokenisierten Einlagen, Distributed-Ledger-Technologien und digitalen Zentralbankwährungen zu verbessern – bei gleichzeitiger Wahrung von Schutzmechanismen gegen Finanzkriminalität und systemische Risiken.

Künstliche Intelligenz, Infrastruktur und Resilienz

Prof. Dr. Xu ordnete künstliche Intelligenz in den größeren Zusammenhang der Infrastruktur von Energie, Halbleitern, Rechenkapazitäten, Industriedaten und Fachkräften ein. Sie stellte fest, dass die Vereinigten Staaten und China derzeit viele Bereiche des KI-Ökosystems dominieren, während Europa über erhebliche Stärken in industriellem Know-how, Ingenieurwesen, Standardisierung und beim sicheren Einsatz von Technologie in der physischen Wirtschaft verfügt. Diese Fähigkeiten, so ihre Argumentation, bilden eine starke Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien im Bereich der industriellen KI.

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Prof. Dr. Feiyu Xu, Universitätsprofessorin und Leiterin des Bereichs Industry AI an der German University of Digital Science, spricht über industrielle KI, technologische Resilienz und internationale Zusammenarbeit.

Sie stellte außerdem geschlossene, kostenintensive Frontier-Modelle kostengünstigeren Open-Weight-Ansätzen gegenüber und betonte, dass Unternehmen zunehmend hybride Strategien und den Einsatz mehrerer Modelle benötigen werden, die auf unterschiedliche Märkte und Sicherheitsanforderungen zugeschnitten sind. Neben der Wettbewerbsfähigkeit forderte Xu eine vertiefte internationale Zusammenarbeit bei KI-Sicherheit, Cybersicherheit, Governance und dem Wandel der Arbeitswelt – insbesondere da KI-Systeme, Industrieroboter und autonome Technologien zunehmend aus digitalen Umgebungen in Fabriken, Infrastrukturen und den Alltag übergehen.

Im gesamten Austausch erwies sich die Resilienz von Lieferketten als gemeinsames Anliegen. Die Konzentration der fortgeschrittenen Halbleiterfertigung und -prüfung in Ostasien sowie Abhängigkeiten an anderen Stellen der Wertschöpfungskette bedeuten, dass Störungen in einer Region globale finanzielle und wirtschaftliche Folgen haben könnten. Die Podiumsteilnehmer verwiesen daher auf Diversifizierung, den kontinuierlichen technologischen Austausch und die praktische Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, die gleichzeitig Partner und Wettbewerber sein können.

Afrika und Schwellenländer als aktive Partner

Moore brachte eine afrikanische Perspektive sowie die Sicht der Schwellenländer in die Diskussion ein. Er argumentierte, dass Entwicklungs- und Frontier-Märkte ihre Technologie- und Investitionsentscheidungen nach wirtschaftlichem Nutzen, Erschwinglichkeit und lokalen Prioritäten treffen werden. Kostengünstigere Open-Weight-KI-Modelle sind bereits in vielen preissensiblen Märkten attraktiv, während eine größere Bandbreite an Partnern – von Europa und China über die Golfstaaten bis zur Türkei – die Auswahlmöglichkeiten afrikanischer Regierungen erweitert hat.

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Gyude Moore, ehemaliger Minister für öffentliche Arbeiten von Liberia, bringt eine afrikanische Perspektive sowie die Sicht der Schwellenländer in die Diskussion ein.

Er wies zudem darauf hin, dass afrikanische Staaten zunehmend selbstbestimmter über ihre Entwicklungswege entscheiden, unter anderem durch Maßnahmen, die darauf abzielen, einen größeren Teil der Wertschöpfung aus natürlichen Ressourcen im Land zu halten. Vor dem Hintergrund knapper werdender Entwicklungsbudgets, steigender Verteidigungsausgaben und zunehmenden Drucks auf das internationale System warnte Moore, dass eine stärkere globale Fragmentierung die Finanzierung von Infrastruktur und anderen globalen öffentlichen Gütern erschweren würde. Eine inklusivere Finanzarchitektur müsse Schwellenländer daher als Entscheidungsträger und Partner anerkennen – und nicht lediglich als Empfänger von Kapital.

Vom Dialog zur praktischen Zusammenarbeit

Fragen aus dem Publikum erweiterten die Diskussion um geopolitische Risiken, die künftige Rolle des US-Dollars und des Euro, die Beziehungen zwischen Europa und Afrika, Nachhaltigkeit und grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr. Auch wenn die Podiumsteilnehmer unterschiedliche Schwerpunkte setzten, bestand ein gemeinsamer Tenor darin, dass Kooperationskanäle auch dort erhalten bleiben müssen, wo politische Systeme, Regulierungsmodelle und strategische Interessen voneinander abweichen.

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Mitglieder des Publikums diskutieren mit den Podiumsteilnehmern während der Fragerunde zu globaler Finanzwirtschaft, geopolitischen Risiken, Nachhaltigkeit und grenzüberschreitender Zusammenarbeit.

Zum Abschluss der Session stellte Ma fest, dass die Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien umfassender ist, als es die vorherrschenden Narrative eines häufig betonten Wettbewerbs vermuten lassen. Infrastruktur, Energie, Finanzen, künstliche Intelligenz, Bildung und Kultur verbinden die beiden Regionen weiterhin. Die zentrale Aufgabe besteht nun darin, diese Verbindungen in investierbare Projekte, kompatible Systeme und vertrauenswürdige Institutionen zu überführen, die in einer zunehmend umkämpften Welt gemeinsamen Wohlstand ermöglichen.