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ChinaundAfrikaimJahr2025:EuropaamScheidewegW.GyudeMoore

W. Gyude Moore at Global Neighbours
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Wien

Am 20. Februar 2025 begrüßte Global Neighbours W. Gyude Moore, ehemaligen liberianischen Minister für öffentliche Arbeiten und ersten Visiting Fellow von Global Neighbours, zu einer hochrangigen Diskussion über Europas Rolle angesichts des wachsenden chinesischen Einflusses in Afrika. Die Veranstaltung bildete den Abschluss seines sechswöchigen Fellowships und brachte führende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Diplomatie und Wissenschaft zusammen.

Moore blickte auf die Münchner Sicherheitskonferenz 2025 zurück und bezeichnete sie als Wendepunkt in den internationalen Beziehungen. Er betonte, dass Europa Schwierigkeiten habe, seine Rolle in einer zunehmend wettbewerbsorientierten Welt zu definieren – und dass Afrika nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung betrachtet werden müsse. Moore hob Chinas wachsende Präsenz in Afrika hervor, insbesondere durch groß angelegte Investitionen und Formate wie das Forum on China–Africa Cooperation (FOCAC). Demgegenüber stehe Europas Zurückhaltung, Infrastruktur zu finanzieren. Trotz europäischer Kritik an Chinas Kreditvergabe habe Europa bislang keine tragfähigen Alternativen angeboten, sodass afrikanischen Staaten oft nur wenige Optionen blieben.

Moore unterstrich zugleich Afrikas zunehmende wirtschaftliche Eigenständigkeit – etwa Marokkos aufstrebende Automobilindustrie oder Kenias Sonderwirtschaftszonen. Dennoch blieben Herausforderungen wie Energieengpässe bestehen. Europa könne Afrikas Industrialisierung unterstützen, liege jedoch weit hinter Chinas Engagement zurück. Mit Blick auf globale wirtschaftliche Verschiebungen warnte Moore, dass China bis 2030 voraussichtlich 45 % der weltweiten Industrieproduktion stellen werde – und Europa bereits heute in vielen Bereichen überholt. Ohne strategische Antwort drohe Europa, in zentralen Industrien weiter zurückzufallen, zumal der demografische Wandel den bestehenden Fachkräftemangel zusätzlich verschärfe.

In der anschließenden Fragerunde forderte Moore Europa auf, über rhetorische Bekenntnisse hinauszugehen und Afrika als gleichberechtigten Partner zu behandeln. Er kritisierte Europas strategische Trägheit: Immer wieder habe der Kontinent geopolitische Krisen als Anlass zur Neuorientierung gesehen – nur um anschließend wieder auf „Snooze“ zu drücken. Angesichts der Tatsache, dass Afrika bis 2050 ein Viertel der Weltbevölkerung stellen wird, werde Europas Zukunft maßgeblich davon abhängen, wie es heute mit dem Kontinent zusammenarbeitet.

Die Veranstaltung unterstrich die Rolle von Global Neighbours als Plattform für zentrale Debatten über internationale Politik und globale Zusammenarbeit. Durch die Einbindung hochrangiger Akteure schafft Global Neighbours einen Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven – auch aus aufstrebenden Regionen – gleichberechtigt gehört und diskutiert werden.

Organisator: Global Neighbours GmbH/e.V.
Gastredner: Gyude Moore, erster Visiting Fellow von Global Neighbours
Datum & Ort: 20. Februar 2025, Am Hof 8, Wien