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Beim neusten Global Neighbours Breakfast Club beleuchtete Prof. Dr. Julia Pitters die psychologische Natur von Bargeldzahlungen und erläuterte, warum es eine gesellschaftliche Priorität sein sollte, „Bargeld am Leben zu erhalten“ – gerade in einer Zeit, in der digitale Zahlungen immer dominanter werden.

Warum Bargeld mehr ist als ein Zahlungsmittel
Pitters zeigte, dass Bargeld Funktionen erfüllt, die digitale Zahlungen nicht ersetzen können. Es hilft uns, unsere Ausgaben besser im Blick zu behalten, vermittelt Kindern ein Gefühl für den Wert von Geld und gibt vielen Menschen schlicht ein Gefühl von Sicherheit. Online-Zahlungen lösen diese Reize im Gehirn nicht aus. Internationale Umfragen zeigen zudem: Während digitale Zahlungen vor allem mit Bequemlichkeit und Schnelligkeit verbunden werden, steht Bargeld für Werte wie Sicherheit, Freiheit und Unabhängigkeit.
Eine „Weltformel“ für den Wert von Bargeld
Auch wenn Bargeld weltweit noch immer am häufigsten genutzt wird, nimmt seine Bedeutung spürbar ab. Genau deshalb, so Pitters, müsse man sich stärker mit seinem psychologischen und gesellschaftlichen Wert beschäftigen. In ihrer aktuellen Forschung arbeitet sie an einer „Weltformel“, die alle Einflussfaktoren, Vorteile und psychologischen Effekte von Bargeld zusammenführt, um seinen tatsächlichen Wert messbar zu machen.
Was in der Diskussion besonders hervorstach
In der anschließenden Diskussion ging es vor allem darum, wie man Bargeld wieder attraktiver machen kann. Genannt wurden etwa neue Designs oder eine frühere Einführung im Alltag von Kindern.
Mehrere Teilnehmende betonten außerdem, wie wichtig Banken für den Erhalt von Bargeld sind. Zwar profitieren sie finanziell von digitalen Zahlungen, doch im Falle von Stromausfällen oder Serverproblemen könnten Online-Zahlungen schnell an Grenzen stoßen. Bargeld wäre dann ein wichtiges Sicherheitsnetz.
Auch die Frage kam auf, ob Unternehmen gesetzlich verpflichtet werden sollten, sowohl Bargeld als auch digitale Zahlungen zu akzeptieren.
Zum Abschluss erinnerte Pitters noch einmal daran, dass es ihr nicht darum geht, digitale Zahlungen schlechtzureden. Vielmehr möchte sie sicherstellen, dass Bargeld als zusätzliche, vollwertige Option erhalten bleibt; gerade wegen der Vorteile, die nur Bargeld bieten kann.