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Eine weiterer Global Neighbours Breakfast Club zum Thema Energiewende und grüne Industrialisierung im Globalen Süden fand am 5. Mai in unseren Räumlichkeiten in Wien statt – organisiert mit der wertvollen Unterstützung unseres Partners Sustainable Energy for All (SEforALL).
Die Veranstaltung bot Beiträge von ausgewiesenen Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Mitveranstalter, darunter Mikael Melin (Director, Partnerships & Development), Sherry Kennedy (Director of Communications), Tamojit Chatterjee (Senior Energy Specialist), Giulio Franci (Investment Analyst). Die Roundtable‑Diskussion brachte hochrangige Investorinnen und Investoren sowie Fachleute aus dem Energiesektor zusammen.

SEforALL arbeitet weltweit mit Regierungen und Partnern zusammen, um den Zugang zu Energie zu verbessern, Energiesysteme zu dekarbonisieren und die grüne Industrialisierung in Schwellen‑ und Entwicklungsländern zu unterstützen. Als mit den Vereinten Nationen verbundene Organisation unter dem Dach von UNOPS verbindet SEforALL politische Beratung, Advocacy, Kapazitätsaufbau und Investitionsförderung, um Länder dabei zu unterstützen, ihre Ambitionen in konkrete Umsetzungsschritte zu überführen.
Ein zentrales Thema der Diskussion war die wachsende Bedeutung wirtschaftlicher Faktoren in der Planung der Energiewende. Die Senkung von Energiekosten, die Verbesserung der Energiesicherheit, die Förderung wirtschaftlicher Entwicklung und die Schaffung von Arbeitsplätzen prägen zunehmend die nationalen Strategien.
Der wirtschaftliche Nutzen der Energiewende wurde besonders hervorgehoben. Modellierungen von SEforALL zeigen, dass der Umbau der Energiesysteme erhebliche Vorteile bringen kann – darunter Brennstoffeinsparungen, der Ausbau erneuerbarer Energien, Emissionsreduktionen und neue Arbeitsplätze. Beispiele aus Nigeria, Ghana und Kenia verdeutlichten, wie integrierte Planung sowohl Entwicklungs‑ als auch Klimaziele gleichzeitig unterstützen kann.
Die Einbindung des Privatsektors wurde als entscheidender Faktor identifiziert. Energie‑ und Investitionspläne sollen nationale Ambitionen in konkrete Investitionsmöglichkeiten übersetzen, unterstützt durch klare politische Rahmenbedingungen, geeignete Finanzierungsinstrumente und strukturierte Kooperationsplattformen.
Gleichzeitig wurde betont, dass viele Schwellen‑ und Entwicklungsländer weiterhin vor erheblichen Umsetzungsherausforderungen stehen. Genannt wurden unter anderem schwache regulatorische Rahmenbedingungen, begrenzte institutionelle Kapazitäten, Währungsschwankungen sowie Einschränkungen für langfristige private Investitionen.
Die Diskussion befasste sich zudem mit grüner Industrialisierung und der Bedeutung von Wertschöpfungsketten für kritische Mineralien. Die Lokalisierung von Teilen der Produktion sauberer Energietechnologien – wo dies möglich ist – kann die Resilienz stärken, Arbeitsplätze schaffen und die Importabhängigkeit verringern, insbesondere in rohstoffreichen Regionen.
Finanzierungsfragen bleiben ein zentrales Hindernis. In diesem Zusammenhang hoben die Teilnehmenden die Bedeutung stabiler regulatorischer Rahmenbedingungen, lokaler Währungsfinanzierung, politischer Risikominderung und einer stärkeren Einbindung nationaler Finanzinstitutionen hervor. Währungsschwankungen und ungünstige Investitionsbedingungen bremsen in vielen Märkten weiterhin den Fortschritt.
Die Sitzung endete mit Reflexionen über die sich wandelnde Landschaft der Entwicklungsfinanzierung und geopolitische Dynamiken. Trotz bestehender Herausforderungen herrschte breite Einigkeit darüber, dass die Beschleunigung der Energiewende und der grünen Industrialisierung im Globalen Süden koordinierte Maßnahmen erfordert – darunter glaubwürdige politische Rahmenbedingungen, lokale Kapazitäten, die Einbindung des Privatsektors sowie Zugang zu Finanzierung, um Ambitionen in konkrete Ergebnisse zu überführen.