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Die Dezember-Ausgabe des Global Neighbours Breakfast Club widmete sich den Entwicklungen in Zentralasien. Mit hochrangigen Sprecherinnen und Sprechern sowie Teilnehmenden aus der internationalen Gemeinschaft, der Wirtschaft und Think Tanks bot die Sitzung Einblicke in regionale Dynamiken, zentrale Herausforderungen und neue Chancen für Kooperation und Investitionen.

Als Hauptrednerin skizzierte Dr. Munira Aminova, Beraterin des Außenministers von Usbekistan und Rektorin der International Agriculture University in Taschkent, die strukturellen Herausforderungen der Region. Dazu zählen Wasserknappheit, aus der Sowjetzeit übernommene Grenzstreitigkeiten sowie ökologische Probleme wie die Austrocknung des Aralsees. Sie hob die Fortschritte der vergangenen Jahre hervor, insbesondere im regionalen Dialog und bei der Grenzdemarkation, als wichtigen Schritt hin zu mehr Stabilität.
Dr. Aminova betonte die wachsende Bedeutung interregionaler Kooperationsformate wie der C5+1-Plattform sowie des kürzlich unterzeichneten Enhanced Partnership and Cooperation Agreement (EPCA) zwischen der EU und Usbekistan. Sie identifizierte vielversprechende Bereiche für ein stärkeres europäisches Engagement, darunter kritische Rohstoffe, Logistik, IT und Digitalisierung, grüne Energie und Landwirtschaft.
Mansurjon Rasulev, Leiter der Investitionsförderungsagentur Usbekistans, stellte die jüngsten Wirtschaftsreformen und die Bemühungen des Landes vor, internationale Investoren anzuziehen. Er verwies auf dynamische Entwicklungen in Sektoren wie erneuerbare Energien und Infrastruktur und betonte, dass das langfristige Wirtschaftswachstum Usbekistans (in den vergangenen Jahren rund 6%) zunehmend von privaten Investitionen getragen werde.
In einem Online-Beitrag präsentierte Prof. Sergei Yazvenko seine Publikation in der Reihe Global Neighbours Insights mit dem Titel „Cross-Border Issues and Cooperation in Central Asia: Investment and Development Opportunities“. Darin beschreibt er zentrale strukturelle Herausforderungen, die die regionale Agenda prägen, darunter Wasserbewirtschaftung, Energiesysteme, Handels- und Zollbarrieren, Logistik und Umweltfragen.
Die anschließende Diskussion konzentrierte sich auf Wege, Kooperation zu fördern und zusätzliche Anknüpfungspunkte für europäisches Engagement zu schaffen. Zentralasien entwickelt sich zunehmend zu einem attraktiven regionalen Markt, der nicht nur als eigener Wachstumsmarkt fungiert, sondern auch als strategische Brücke zu wichtigen Märkten in Südasien und China. Gleichzeitig bleiben China und Russland zentrale Akteure in der Region, während Länder des Nahen Ostens ihre Präsenz ausbauen, wohingegen Europa vor Ort weiterhin vergleichsweise schwach vertreten ist. Zentralasiens Ansatz besteht nicht darin, den Anteil etablierter Investoren und Partner zu verringern, sondern jene Akteure stärker einzubinden, die bislang weniger präsent waren; eine Perspektive, die für Europa wichtige Hinweise bietet.